Die Korkenfabrik
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Die größte der Fabriken, die sich im Stadtteil Barri befand, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts an die heutige Avenue des Poilus verlegt. Dort nahm die Produktion beträchtliche Ausmaße an: Fast hundert Mitarbeiter waren dort beschäftigt und stellten jährlich zwischen 60 und 80 Millionen Korken her.
Doch die Geschichte der Korkherstellung ist auch von tragischen Ereignissen geprägt. Im Jahr 1950 verwüstete ein heftiger Brand die Gebäude und Industrieanlagen und zerstörte fast drei Viertel des Geländes sowie den gesamten Korkvorrat, der auf 4 Millionen Tonnen geschätzt wurde.
Zu diesen Schwierigkeiten kam nach und nach die ausländische Konkurrenz hinzu. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die iberische Produktion, und in den 1940er- und 1950er-Jahren sahen sich die französischen Korkfabriken einer immer stärkeren internationalen Konkurrenz gegenüber.
Die Korkfabrik von Pierrefeu-du-Var stellte schließlich 1971 ihren Betrieb ein und beendete damit mehr als ein Jahrhundert lokaler Industriegeschichte.
Heute zeugt die ehemalige Korkfabrik von der Bedeutung, die die Korkindustrie in der wirtschaftlichen und sozialen Geschichte von Pierrefeu-du-Var hatte.
Als Kulturstätte beherbergt sie regelmäßig Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen im „Espace Bouchonnerie – Salle André Malraux“.
Am Eingang des „Espace Bouchonnerie“ befindet sich zudem das „Maison des Arts et Traditions Provençales“, in dem der Verein „Leï Roucas dou Barri“ untergebracht ist. Dieser führt die Tradition des „piqué marseillais“ fort, besser bekannt als „Boutis“, ein traditionelles provenzalisches Textilhandwerk.
Das ganze Jahr über trägt der Verein dazu bei, dieses handwerkliche Erbe lebendig zu halten und bekannt zu machen. Insbesondere organisiert er jedes Jahr die „Rencontres du Boutis“, eine Veranstaltung, die Liebhaber, Kunsthandwerker und Besucher rund um diese traditionelle Kunst im Herzen des Espace Bouchonnerie zusammenbringt.


